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Wirtschaftsverkehr 2030

Prognosen für Deutschland lassen einen Anstieg des Güterverkehrs in den nächsten 20 Jahren von bis zu 50% bezogen auf die Einheit Tonnenkilometer erwarten. Die Region Frankfurt RheinMain liegt in der Mitte Deutschlands und wird von dieser Entwicklung besonders betroffen sein.

Denn die Region wird von zahlreichen Straßen- und Schienentransitstrecken Deutschlands durchzogen. Daneben werden auf den Flüssen Rhein und Main erhebliche Gütermengen transportiert. Zudem liegt mit dem Flughafen Frankfurt/Main einer der wichtigsten europäischen Flughäfen inmitten der Region.

Güterverkehr und Personenverkehr führen gemeinsam zu den Belastungen der Verkehrsnetze in der Region. Bereits heute übersteigt die Nachfrage zeitweise die Kapazität von Streckenabschnitten. Bei einer steigenden Nachfrage und gleichbleibenden Kapazitäten ist von häufigeren Überlastungen der Verkehrsnetze auszugehen. Neben den Verkehrsstrecken kommt den intermodalen Verknüpfungspunkten eine besondere Bedeutung zu. Sie sind Bestandteile der Verkehrsnetze und für die Verkehrsmittel- und Routenwahl von großem Interesse.

Im abgeschlossenen Projekt „Wirtschaftsverkehr RheinMain 2030“ wurde die Entwicklung des regionalen Wirtschaftsverkehrs in der Region Frankfurt RheinMain und darüber hinaus für ganz Hessen bis zum Jahr 2030 prognostiziert. Dabei wurden die Veränderungen des regionalen Wirtschaftsverkehrsaufkommens branchen-, verkehrsträger-, fahrzeugarten- und teilraumbezogen quantifiziert. Die erwarteten regional unterschiedlichen Veränderungen von 2006 bis 2030 des bedeutendsten Verkehrsträgers Straße kann der nebenstehenden Abbildung entnommen werden.

Während im Straßenverkehr der größte Anteil der Verkehre Quelle oder Ziel in Hessen hat, werden auf Schiene und Binnenwasserstraße die größten Mengen durch Hessen hindurch transportiert.

In den kommenden Jahren nimmt dieser Trend bei allen Verkehrsträgern und in allen Segmenten (Durchgangs-, Binnen-, Quell- und Zielverkehr) zu. Zwischen 2006 und 2030 wird auf Straße und Binnenwasserstraße mit je rund 30%, auf der Schiene sogar mit etwa 2/3 mehr Güteraufkommen gerechnet. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Transporte auf Schiene und Binnenwasserstraße in der Regel Vor- und Nachlaufverkehre erzeugen, die auf der Straße durchgeführt werden müssen. Die Kapazität von Güterumschlagspunkten, wie Güterbahnhöfen und Häfen, muss deshalb angepasst werden.

Die Ergebnisse der Untersuchung geben wertvolle Hinweise auf mögliche Engpässe, die in der Zukunft zu erwarten sind und denen sich die Region Frankfurt RheinMain rechtzeitig stellen muss. Sie stellen eine wichtige planerische Grundlage für Verkehrsinvestitionen in der Zukunft dar.

Ansprechpartner
Rüdiger Bernhard

Dieser Artikel wurde veröffentlicht auf ivm GmbH - https://www.ivm-rheinmain.de

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