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Hochtaunuskreis: Runder Tisch Radverkehr

9. November 2018, Hochtaunuskreis. Die Bedingungen für den Radverkehr im Hochtaunuskreis verbessern, möchte der „Runde Tisch Radverkehr“, der sich kürzlich zum ersten Mal auf Einladung von Landrat Ulrich Krebs getroffen hat. Fachlich begleitet wird er von der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain (ivm), die auch die Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes unterstützen wird.

„Das Radfahren gewinnt auch in unserem Landkreis für immer mehr Menschen an Bedeutung. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen das Fahrrad für den Weg zur Arbeit, zum Sport und zum Ausflug mit der Familie“, sagte Landrat Ulrich Krebs und fügt hinzu: „Es ist daher wichtig in unserem Kreis gemeinsam mit den Städten und Gemeinden die Rahmenbedingungen für das Radfahren zu verbessern.“ Mit einem gemeinsamen Radverkehrskonzept wolle der Landkreis für den Hochtaunuskreis die verschiedenen Initiativen, Aktivitäten, Projekte und Maßnahmen zur Förderung des Radfahrens bündeln, um diese dann gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren zur Umsetzung zu bringen. Mit dem „Runden Tisch Radverkehr“ für den  Hochtaunuskreis ist der Austausch aller beteiligten Akteure  möglich.

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Die Teilnehmer des „Runden Tisches Radverkehr“ wollen sich ab jetzt regelmäßig treffen, um sich für Fahrradthemen im Hochtaunuskreis stark zu machen. (Foto Quelle: Hochtaunuskreis)

Das Gremium besteht insgesamt aus 22 Vertreterinnen und Vertretern der Städte und Gemeinden des Hochtaunuskreises, dem Naturpark Taunus, dem Verkehrsverband Hochtaunus (VHT), Vertretern der Kreistagsfraktionen, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und Hessen mobil, die an einen Tisch geholt werden, um gemeinsam einen Weg für eine verbesserte Radverkehrsförderung zu finden.

Das Land Hessen erarbeitet derzeit ein hessenweites Radhauptnetz, welches schnelle und großräumige überörtliche Verbindungen und mögliche Radschnellverbindungen betrachtet. Der Regionalverband wird im Zuge der Erstellung des regionalen Flächennutzungsplans ein regionales Radverkehrsnetz erarbeiten, welches ebenfalls Hauptwegeachsen für die überörtlichen Radverkehrsverbindungen innerhalb der Region beinhalten wird. Dieses soll zudem die überörtlichen Verbindungen bündeln und ein leistungsfähiges Netz von Radwegen auch über den gesamten Kreis legen. „Das Radverkehrskonzept stellt für den Landkreis eine sinnvolle Ergänzung dieser Planungen dar und wird im Ergebnis in das Kreisentwicklungskonzept für den Hochtaunuskreis einfließen, welches derzeit erarbeitet wird“, so Ulrich Krebs.

Dies ist eindeutig zu begrüßen, da es bis heute Stellen im Landkreis gebe, wo Radfahrer sich unerwünscht fühlen oder nicht als Verkehrsteilnehmer berücksichtigt wurden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßten die Initiative des Hochtaunuskreises und waren sich einig, dass es zwar schon eine Reihe von Angeboten wie z.B. den Radroutenplaner Hessen www.radroutenplaner.hessen.de oder die Meldeplattform Radverkehr www.meldeplattform-radverkehr.de gibt, aber es sind noch viele Änderungen im Bereich der Infrastruktur notwendig, damit die erfreulicherweise steigende Anzahl an Radfahrern sowohl sicher als auch zügig fahren kann. Der ADFC wies in diesem Zusammenhang auch nochmal auf den Fahrradklimatest hin, mit dem auch die Fahrradfreundlichkeit in den Städten und Gemeinden im Hochtaunus bewertet werden könne.

Die Themen- und Ideensammlung für ein Radverkehrskonzept war eine erste Aufgabe für den „Runden Tisch Radverkehr“ – die Ergebnisse zeigen, dass man bereits heute auf gute Grundlagen und Projekte, aber auch auf Ideen für das Konzept aufbauen kann. „Es darf nicht nur über Radschnellverbindungen gesprochen werden, auch der Ausbau von Verbindungen der Kommunen und die Sicherheit der Radfahrenden ist neben der Leistungsfähigkeit des Netzes ein wichtiges Kriterium“, betonte Ulrich Krebs. In der jetzigen Phase wolle man ohne „Denkverbote“ die Aufgabe angehen.

Januar 2019 wird der nächste „Runde Tisch Radverkehr“ stattfinden und über konkrete Inhalte und Aufgaben für die Erstellung des Radverkehrskonzeptes beraten.

Im Anschluss wurden die Siegerteams der Kampagne STADTRADELN im Hochtaunuskreis des Klima-Bündnisses ausgezeichnet. Landrat Ulrich Krebs dankte den teilnehmenden Teams und freute sich, dass im ersten Jahr so viele Bürgerinnen und Bürger an der Aktion Stadtradeln teilgenommen haben. „Die positive Resonanz unterstreicht den Ruf nach einer Weiterentwicklung der Radinfrastruktur und zeigt, dass das Fahrrad eine echte Alternative darstellt“. Mit rund 138.000 km, 33 Teams und 890 aktiven Radlerinnen und Radlern war die erstmalige Teilnahme des Hochtaunuskreises ein gelungener Auftakt.

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Landrat Ulrich Krebs (hinter der Tafel rechts) ist stolz auf die Ergebnisse „seiner“ Stadtradler. (Foto Quelle: Hochtaunuskreis)

Gewinner in den drei Auszeichnungskategorien:

Radelaktivstes Team

Platz 1: ADFC Hochtaunus (29 Radelnde legten 8.359,3 Kilometer zurück)

Platz 2: Offenes Team Hochtaunuskreis (22 Radelnde legten 5.508,5 Kilometer zurück)

Platz 3: Amadeus Radelteam (21 Radelnde legten 4.665,9 Kilometer zurück)

Team mit den radelaktivsten Teilnehmenden:

Platz 1: Privat-EI (3 Radelnde legten 1.696,0 Kilometer zurück)

Platz 2: ADFC Bad Homburg/ Friedrichsdorf (2 Radelnde legten 684,6 Kilometer zurück)

Platz 3: Amadeus Radelteam (21 Radelnde legten 4.665,9 Kilometer zurück)

Größtes Team:

Platz 1: ADFC Hochtaunus (29 Radelnde legten 8.359,3 Kilometer zurück)

Platz 2: Offenes Team Hochtaunuskreis (22 Radelnde legten 5.508,5 Kilometer zurück)

Platz 3: Amadeus Radelteam (21 Radelnde legten 4.665,9 Kilometer zurück)

Ansprechpartnerin
Heike Mühlhans
logo_radroutenplaner

WEITERFÜHRENDE INFORMATION

Radroutenplaner Hessen

Der Radroutenplaner Hessen kennt die besten Routen. Ob auf dem Weg zur Arbeit oder in der Freizeit. Grundlage des Radroutenplaners ist ein Radnetz von mehr als 23.000 km in ganz Hessen. Über 135 Themenrouten wie z.B. die Regionalparkrouten und mehr als 60 Tourentipps mit mehr bieten Freizeitradlern ein breites Tourenangebot. Für Schülerinnen und Schüler gibt es ein extra ausgewiesenes Schülerradroutennetz, welches als Schülerradroutenplaner bereits für die Region Frankfurt RheinMain verfügbar ist und seit Sommer 2018 sukzessive für alle hessischen Schulen ausgeweitet wird.
Seit Ende Mai ist auch eine neue App des Radroutenplaners mit Navigationsfunktion direkt für das Smartphone verfügbar. Damit haben Radler die Möglichkeit nicht nur ihre Route zu planen, sondern können unterwegs auf alle wichtigen Informationen rund um die Route zurückgreifen. Außerdem kann jeder eigene Tourenvorschläge erstellen und diese im Radroutenplaner für alle sichtbar hochladen. Und: Nicht nur Informationen zu Baustellen sind im Radroutenplaner und der App vorhanden, beim Routing werden automatisch ausgewiesene Alternativrouten berücksichtigt, so dass auch für Radfahrer gilt, was für Autofahrer schon längst üblich ist.

Meldeplattform Radverkehr

Über die Meldeplattform Radverkehr können Radfahrer und Radfahrerinnen Schlaglöcher, fehlende Markierungen, zugewachsene oder verschmutzte Radwege – solche und andere Schäden direkt an die zuständige Kommune melden. Die neu überarbeitete Meldeplattform ging Anfang März 2018 mit neuem Layout und verbesserten Funktionalitäten an den Start.
In Hessen sind bereits über 250 Kommunen an die Meldeplattform angeschlossen. Für jede Kommune sind ein oder mehrere konkrete Ansprechpartner hinterlegt. So wird sichergestellt, dass die eingegebenen Meldungen kompetente Mitarbeiter erreichen. Und das unabhängig von Öffnungszeiten kommunaler Verwaltungen und ohne dass der Meldende wissen muss, wer für sein Anliegen zuständig ist.
Die Nutzung der Meldeplattform für Bürgerinnen und Bürger ist einfach. Erkannte Mängel können mit Hilfe von Kategorien beschrieben und bei Bedarf mit eigenen Fotos veranschaulicht werden. Eine digitale Karte hilft bei der Verortung der Meldung. Ist die Meldung eingegeben, ermittelt die Meldeplattform die zuständige Kommune und informiert automatisch den zugehörigen Ansprechpartner vor Ort.
Die Meldeplattform Radverkehr hilft zudem den beteiligten Kommunen bei der Verwaltung der Meldungen. Diese können weitergeleitet werden, sofern andere Teile der eigenen Verwaltung oder externe Bearbeiter eingebunden werden müssen. Die Meldeplattform ermöglicht die Kontaktaufnahme mit dem Meldenden bei Rückfragen, oder um ihn/sie über die erfolgreiche Erledigung des Hinweises zu benachrichtigen.
Seit dem Start der Meldeplattform im Jahr 2009 wurden über 10.000 Meldungen eingegeben und bearbeitet – viele gute Beispiele für einen erfolgreichen Austausch zwischen Bürgern, Bürgerinnen und der Verwaltung. Auch deshalb erhielt die Meldeplattform Radverkehr den Deutschen Fahrradpreis – „Best for Bike 2010“ als fahrradfreundlichste Entscheidung des Jahres 2010. Seit März 2018 wird dieser Erfolg mit der neuen Meldeplattform fortgeführt.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht auf ivm GmbH - https://www.ivm-rheinmain.de

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